Zum Einsatz von Luzernesilage bei Kühen mit hoher Milchleistung
2006
Bulang, M. | Kluth, H. | Engelhard, T. | Spilke, J. | Rodehutscord, M.
In dieser Untersuchung sollte geklärt werden, wie sich ein Einsatz von Luzernesilage als Alternative zu Grassilage in maisbetonten Rationen auf die Futteraufnahme, die Milchleistung und Stoffwechselparameter von Milchkühen mit hoher Leistung auswirkt. Daher wurden 3 Mischrationen (TMR) konzipiert, die als wesentliche Grundfutterkomponenten Maissilage in Kombination mit Grassilage (Mais, 41,5 bzw. 12% der Trockensubstanz (T) Mais- und Grassilage) oder (Gras, 18 bzw. 29% der T Mais- und Grassilage) oder Luzernesilage (Luzerne, 18 bzw. 29% der T Mais- und Luzernesilage) enthielten. Die Verdaulichkeit der Organischen Substanz, bestimmt mit Hammeln, betrug für die Grassilage 77% und für die Luzernesilage 65%. Die Rohnährstoffverdaulichkeiten wurden für die 3 TMR mit Hammeln gemessen und die aus den verdaulichen Rohnährstoffen berechnete NEL betrug (in MJ/kg T) 7,1 (Mais), 7,2 (Gras) und 6,8 (Luzerne). Auf Basis einer chemischen Rohproteinfraktionierung wurde ermittelt, dass die Gehalte an nutzbarem Rohprotein (nXP) in allen Rationen mindestens 167 g/kg T betrugen und die ruminale N-Bilanz nicht negativ war. Die Rationen wurden über einen Zeitraum von 169 Tagen an mindestens 28 Milchkühe je Ration verfüttert. Futterverzehr, Leistungsdaten und Stoffwechselindikatoren wurden tierindividuell erfasst. In der Behandlung Luzerne war der Futterverzehr mit 23,2 kg T/Tag signifikant höher als in den Behandlungen Gras (21,2 kg T/Tag) und Mais (22,6 kg T/Tag). Die tägliche Aufnahme an NEL und nXP war im Mittel des Versuches in der Behandlung Gras signifikant niedriger als in den beiden anderen Behandlungen. Die tägliche Milchmenge war in der Behandlung Mais (41,7 kg/Tag) signifikant höher als in der Behandlung Gras (37,3 kg/Tag) und in der Behandlung Luzerne (38,5 kg/Tag), verbunden mit signifikant geringeren Milchfettgehalten in der Behandlung Mais (3,5% im Vergleich zu 3,9% bei Gras und Luzerne). Der Milcheiwei♯sgehalt war nicht von der Behandlung beeinflusst. Der Acetongehalt der Milch war zwischen den Behandlungen nicht signifikant verschieden, in der Behandlung Mais aber tendenziell geringer. Der Gehalt an ♯s-Hydroxybutyrat im Blut war zu Laktationsbeginn in der Behandlung Luzerne signifikant höher als in den beiden anderen Behandlungen. Dieser Unterschied bestand im weiteren Verlauf der Laktation nicht mehr. Messungen der Rückenfettdicke deuten einen zwischen den Behandlungen weitgehend ähnlichen Verlauf von Energiemobilisation und -retention im Verlaufe des Versuches an. Daher kann Luzernesilage trotz der relativ geringen Verdaulichkeit auch in Rationen für Hochleistungskühe als eine geeignete Grundfutterkomponente angesehen werden.
Show more [+] Less [-]AGROVOC Keywords
Bibliographic information
This bibliographic record has been provided by National Agricultural Library