[Practical concepts for tree breeding of native black poplar (Populus nigra L.)]
1997
Dagenbach, H.
German. Unsere einheimische Schwarzpappel (Populus nigra L.) ist in ihrem Bestand sehr stark gefaehrdet. Zerstreute Vorkommen finden sich in Baden-Wuerttemberg vor allem noch in den Rheinauen des Oberrheinischen Tieflandes, zwischen Breisach und Schwetzingen (z. T. bekannt aus eigener Anschauung). Weitere, einzelne Vorkommen soll es noch geben am Bodensee, an der Argen, sowie an Donau und Iller im Raum Ulm (SEBALD, SEYBOLD, PHILIPPI 1990). - Bei unseren heutigen Gegebenheiten ist die Schwarzpappel nicht mehr in der Lage, sich langfristig im notwendigen Umfang eigendynamisch zu vermehren. Dies ist nur moeglich, wenn zur Zeit der Samenreife die herabfliegenden Samen ein geeignetes Keimbett finden, wie es entsteht durch kiesig-sandig-humose Anschwemmungen bei Hochwasser. - Pappelsamen ist sehr klein (unter 1 mm) und auch nur wenige Tage keimfaehig. Es muessen deshalb jaehrlich zur Zeit des Samenfluges, d. h. Anfang bis Mitte Juni, frische Anschwemmbaenke vorhanden sein. Aeltere Anschwemmflaechen sind inzwischen meist bereits oberflaechlich verkrustet oder von Konkurrenzflora besiedelt, so dass dort evtl. noch keimende Pappelsaemlinge verdraengt werden. - Vor der Rheinkorrektur und dem Dammbau durch TULLA verursachte der Rheinregelmaessig grosse Ueberschwemmungen durch Hochwasser nach der Schneeschmelze im Gebirge, gerade zur Zeit des Pappelsamenfluges (DIETRICH 1970, KEIL 1977). Dadurch entstanden grossflaechig guenstige Keimbedingungen fuer die Schwarzpappel. Die heute noch moeglichen, gering wirksamen Ueberschwemmungen reichen sicher nicht aus fuer eine natuerliche Verjuengung zur Arterhaltung. - Will man unsere einheimische Schwarzpappel wirklich erhalten, muss man ihr durch kuenstliche Nachzucht und Pflanzung helfen. Dadurch ist es moeglich, ihre Verbreitung wieder zu foerdern und damit, wenigstens teilweise, die Hybridpappeln zu ersetzen. Voraussetzung dazu ist die bereits angelaufene Erfassung der noch vorhandenen natuerlichen Vorkommen von Altbaeumen und deren exakte Artbestimmung (FRANKE 1996, mdl. Mittl.).
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