MonViA Indikatorenbericht 2024 : Bundesweites Monitoring der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften
2024
Klein, Karina | Ogan, Sophie | Rottstock, Tanja | Tönnshof, Charlotte | Ackermann, Andrea | Alkassab, Abdulrahim | Balzar, Lisa | Beer, Holger | Beyer, Florian | Böhner, Hannah | Hendriksma, H.P.
Deutschland ist in weiten Teilen von Agrarlandschaften geprägt. Deren biologische Vielfalt ist die Grundlage für Ökosystemfunktionen und -leistungen und damit Grundlage für ein nachhaltiges Landwirtschafts- und Ernährungssystem.- Im Zuge internationaler Abkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt wird Deutschland über die Erreichung der bindenden Zielvereinbarungen durch ein geeignetes Biodiversitätsmonitoring berichten müssen.- Erhalt, Förderung und nachhaltige Nutzung der Biodiversität benötigt eine wissenschaftlich fundierte Datengrundlage. Einerseits, um Entwicklungen in Agrarlandschaften aufzuzeigen und andererseits, um die Wirkung von politischen Eingriffen (z. B. Förderprogramme) festzustellen. In Deutschland gibt es aktuell noch kein Monitoring, welches bundesweit Aussagen über den Zustand und die Veränderung der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften zulässt. MonViA orientiert sich am DPSIR-Konzept (Driver,- Pressure-, State-, Impact- und Response-Indikatoren) und wählt Zielgrößen, welche Aussagen über den Zustand der biologischen Vielfalt sowie möglicher Auswirkungen des Biodiversitätswandels im Agrarraum zulassen und berücksichtigt relevante Einflussfaktoren. - Diese, für den Agrarraum ausgewählten Zielgrößen, repräsentieren wichtige Elemente der drei Ebenen der Biodiversität: Lebensraumvielfalt (Landnutzung, Landschaftsstruktur und Landnutzungsintensität), Organismenvielfalt (Wild- und Honigbienen, Schwebfliegen, parasitisch lebende Hymenopteren, Schadinsekten, Ackerunkräuter, Regenwürmer, Bodenmikroorganismen sowie die Insektendiversität in Weinbergen und stehenden Kleingewässern) und genetische Vielfalt (Vielfalt einheimischer Nutztierrassen, der im Anbau befindlichen Nutzpflanzen und der Honigbiene).- Für diese Zielgrößen entwickelt MonViA Indikatoren zur Biodiversität in Agrarlandschaften, welche die Beschreibung des Zustandes und der Veränderungen der biologischen Vielfalt, unter Berücksichtigung von Landnutzung und Agrarstruktur ermöglichen.- Für ein effektives, kosteneffizientes und bestandsschonendes Monitoring wurden diese Indikatoren im Rahmen der Pilotphase auch mittels Methoden- und Machbarkeitsstudien sowie Kooperationsprojekten unterstützt (Abb. 1).- Mithilfe der Monitoringansätze, der gemeinsamen Auswertung von naturschutzfachlichen und landwirtschaftlichen Monitoringdaten sowie der aktiven Suche von Schnittstellen zu laufenden Monitoringprogrammen, wird eine Harmonisierung bzw. Nutzung von Synergien auf nationaler und europäischer Ebene vorangetrieben.- MonViA kann Veränderungen der Indikatoren aufzeigen, beschreiben und basierend darauf in Zukunft dabei helfen festzustellen, ob die von der Politik, oder der Gesellschaft definierten Ziele erreicht wurden. Weiterhin können aus den über die Zeit zu beobachtenden Trends vertiefende Fragestellungen und Forschungsbedarf identifiziert werden. - Perspektivisch soll durch MonViA eine repräsentative und wissenschaftlich fundierte Datengrundlage geschaffen werden, aus der sich Handlungsempfehlungen ableiten und Referenzwerte definieren lassen. Diese sollen der Politik als Kompass für die Rahmensetzung in der Agrarpolitik dienen und die Grundlage für die Transformation des Landwirtschafts- und Ernährungssystem bilden.
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Informations bibliographiques
Cette notice bibliographique a été fournie par Wageningen University & Research
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