Recording and evaluating the impacts by beavers (Castor fiber) on German forests near watercourses
2025
Hohm, Maximilian | Balkenhol, Niko Prof. Dr. | Balkenhol, Niko Prof. Dr. | Paul, Carola Prof. Dr.
Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Afficher plus [+] Moins [-]Klimawandel ist eines der meist diskutierten Umweltpolitischen Themen der letzten Jahrzehnte. Die Veränderungen, die hierbei beobachtet werden, haben enormen Einfluss auf die Ökosysteme und damit auch auf ihre Bewirtschaftung. Viele Wälder in Europa sind ein hocheffektiver Naturraum, das neben einem Lebensraum für viele Arten auch als Rohstofflieferant genutzt wird. Aufgrund von Klimaveränderungen, als auch damit einhergehenden Änderungen von biotischen Risiken, muss sich die Bewirtschaftung der Wälder verändern. Als biotische Faktoren müssen bei der Veränderung dieser Ökosysteme neben Insekten und deren Risiko, auch Wildtiere berücksichtigt werden. Gerade bei der Etablierung von Waldbeständen sind Wildtiere in Form von Nagetieren und Wiederkäuern ein Problem für die Forstwirtschaft. Durch selektiven Verbiss werden selten Bäume aus den Beständen verschwinden, und somit wird die Pflanzendiversität enorm beeinflusst. In den letzten Jahrzehnten hat sich nicht nur das Klima verändert, sondern auch die Fauna. Nachdem Biber noch vor 100 Jahren eher eine Seltenheit waren, hat sich die Art durch Unterschutzstellung, als auch Wiederansiedlungen so weit erholt, dass sie heute weite Teile ihres ursprünglichen Lebensraumes besiedelt. Durch die steigende Population, den selektiven Einfluss auf Waldbestände, als auch dem klimawandel-bedingten Änderungen, kommt es somit immer mehr zu Konflikten zwischen Forstwirtschaft und Wildtieren. Ziel dieser Arbeit ist es den Einfluss von Bibern auf bewirtschaftete Wälder in Deutschland besser zu verstehen und einen Beitrag zu liefern, um zukünftig besser den Biber in ein forstwirtschaftliches Management zu integrieren. In der generellen Einleitung wird die Geschichte und die aufkommenden Probleme mit dem eurasischen Biber (Castor fiber) in Deutschland dargestellt. Hierbei wird auf das bisherige Wissen zu selektivem Verbiss, als auch Mensch-Wildtierkonflikten eingegangen. Kapitel 1 befasst sich dann zuerst mit der Analyse verschiedener Aufnahmeverfahren zur Erfassung des Bibereinflusses auf Waldbestände. In der Vergangenheit sind viele verschiedene Designs ausprobiert worden, jedoch ist nicht bekannt, ob diese vergleichbaren Resultate liefern, oder wie sich diese im Zeitaufwand unterscheiden. Um langfristig die Auswirkungen auf Waldbestände zu verstehen, muss gewusst werden, welches Verfahren einfach umsetzbar ist, aber trotzdem sich in den Ergebnissen nicht unterscheidet. Es sind vier unterschiedliche Aufnahmeflächen in zwei Untersuchungsgebieten getestet worden. Es zeigte sich, dass sich sowohl bei den Ergebnissen als auch dem zeitlichen Aufwand zwischen den Verfahren keine Unterschiede ergeben haben. Bei näherer Betrachtung der Resultate ergab sich zusätzlich, dass eine möglichst detaillierte Abdeckung der Untersuchungsgebiete notwendig ist, da aufgrund der kleinräumigen Diversität gewässernaher Standorte sonst schnell Informationen verloren gehen und sich die Ergebnisse zu stark voneinander unterscheiden. Im zweiten Kapitel wird sich mit der Baumartenselektion von Bibern befasst. Hierbei steht im Fokus, dass zwar Schnitte sehr gut dokumentiert sind, allerdings eine weitere Auswirkung immer wieder mit dokumentiert wird, jedoch nie wissenschaftlich analysiert wurde. Die Ringelung von Bäumen scheint bei Bibern ebenfalls selektiv zu erfolgen und mit anderen Präferenzen als der Schnitt. Ebenfalls zeigte sich, dass neben Weichlaubhölzern auch weitere forstwirtschaftlich genutzte Baumarten (z.B. Buche) von Bibern präferiert genutzt werden. Eine Abhängigkeit vom Durchmesser und Abstand ist ebenfalls zu beobachten. Die vorgefundenen Ergebnisse wurden genutzt, um diese in Kapitel 3 zu integrieren. Ausgehend von den unterschiedlichen Selektionen bei den zwei Auswirkungen von Bibern wurde in einer deutschlandweiten Studie in 13 Untersuchungsgebieten der Bibereinfluss erfasst. Hierbei konnte n 12.694 Bäume aufgenommen und analysiert werden. Es zeigte sich eindeutig, dass es enorme Unterschiede zwischen der Selektion im Hinblick auf Schnitt und Ringelung gab. Während beim Schnitt viele Weichlaubhölzer bevorzugt genutzt werden, werden bei der Ringelung beispielsweise Nadelhölzer wie Tannen oder Lärchen präferiert genutzt. In einer Modellierung des Einflusses konnte festgestellt werden, dass diese Unterschiede maßgeblich beeinflusst sind von der Baumart und dem Durchmesser. In kleinen Durchmesserbereichen werden die Baumarten eher geschnitten, während mit steigenden Durchmessern das Risiko vor Ringelung stark zunimmt. Kapitel 4 befasst sich mit den Mensch-Wildtierkonflikten. Da Biber immer mehr mit Menschen in Kontakt geraten steigen auch die Konflikte. Um zu erfassen, inwieweit sich diese bei verschiedenen Interessengruppen unterscheiden, wurde eine Umfrage durchgeführt. Hierbei zeigte sich, dass Landwirtschaft und Forstwirtschaft den Biber deutlich negativer betrachteten als die Allgemeine Bevölkerung. Ebenfalls wurde nach akzeptablen Biberhabitaten gefragt, welche sich nach den Ergebnissen nicht in der Natur wiederfinden lassen. Somit muss für eine Reduzierung der Mensch-Biber-Konflikte weiterhin an Managementmaßnahmen gearbeitet werden. In der allgemeinen Diskussion werden die gesammelten Ergebnisse im Gesamtkontext diskutiert. Hierzu wird ein enormer Wert auf die praktischen Managementansätze für die Forstwirtschaft, aber auch für das Bibermanagement gelegt. Insgesamt zeigen die Ergebnisse dieser Arbeit Forschungslücken auf, die hiermit teilweise geschlossen werden konnten, aber auch Anreize für zukünftige Forschungen, um ein möglichst konfliktarmes Zusammenleben mit Bibern in Deutschland gewährleisten zu können.
Afficher plus [+] Moins [-]Climate change is one of the most discussed environmental policy issues of recent decades. The changes that are being observed have an enormous impact on ecosystems and therefore also on their management. Many forests in Europe are highly effective natural systems that are used not only as a habitat for many species but also as a source of wood. Due to climate change and the associated changes in biotic risks, the management of forests must change. In addition to insects and their risk, wild animals must also be considered as biotic factors when changing these ecosystems. Wild animals in the form of rodents and ruminants are a particular problem for forestry when establishing forest stands. Selective browsing can lead to the local disappearance of certain tree species, which has a huge impact on plant diversity. In recent decades, not only the climate has changed, but also the fauna. While beavers were considered rare in Central Europe just a century ago, legal protection and reintroduction efforts have led to a strong population recovery. Today, beavers once again inhabit large parts of their original range. Due to the increasing population, the selective impact on forest stands, and the changes caused by climate change are all contributing to rising conflicts between forestry and wildlife. The aim of this work is to better understand the influence of beavers on managed forests in Germany and to contribute to better integrating beavers into forestry management in the future. In the general introduction, the history and emerging problems with the Eurasian beaver (Castor fiber) in Germany are presented. The previous knowledge on selective browsing and human-wildlife conflicts is discussed. Chapter 1 then begins by analysing various survey methods for recording the impact of beavers on forest stands. Although numerous designs have been tested in the past, it remains unclear whether they yield comparable results or differ significantly in terms of effort required. To understand the long-term effects on forest stands, it is important to know which method is easy to implement but does not differ in the results. Four different survey areas were tested in two study areas. Results showed no significant differences in data quality or time requirements among the methods. A closer look at the results also revealed that it is necessary to cover the study areas in as much detail as possible, as otherwise information is quickly lost due to the small-scale diversity of near-water sites and the results differ too greatly from one another. Chapter 2 deals with the selection of tree species by beavers. The focus here is on the fact that although cutting is very well documented, another impact is repeatedly documented but has never been scientifically analysed. The stripping of trees also appears to be selective in beavers and with different preferences than cutting. It has also been shown that, in addition to softwoods, other tree species used in forestry (e.g. European beech) are also favoured by beavers. A dependence on diameter and distance can also be observed. These findings were then incorporated into Chapter 3. Based on the different selections for the two impacts of beavers, the impacts of beavers were recorded in a Germany-wide study in 13 study areas. In total 12.694 trees were recorded and analysed. It was clearly shown that there were enormous differences between the selection with regard to cutting and stripping. While many softwoods are favoured for cutting, conifers such as fir or larch are preferred for stripping. Modelling of the impacts showed that these differences are significantly influenced by the tree species and diameter. In small diameter ranges, the tree species are more likely to be cut, while the risk of stripping increases sharply with increasing diameters. Chapter 4 addresses human-wildlife conflicts. As interactions between beavers and humans increase, so do potential conflicts. To explore how perceptions vary among different stakeholder groups, a survey was conducted. Results showed that agriculture and forestry viewed beavers much more negatively than the general public. Participants were also asked about acceptable beaver habitats, which, according to the results, cannot be found in nature. Management measures must therefore continue to be developed to mitigate human-beaver conflicts. The general discussion integrates the findings of all chapters within a broader context. Special attention is given to practical management implications for both forest management and beaver conservation. Overall, the results of this work reveal gaps in research that have been partially filled, but also provide incentives for future research to ensure that coexistence with beavers in Germany is as conflict-free as possible.
Afficher plus [+] Moins [-]2025-08-08
Afficher plus [+] Moins [-]Mots clés AGROVOC
Informations bibliographiques
Cette notice bibliographique a été fournie par Georg-August-Universität Göttingen
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