Objectives, management practices, and perspectives of small-scale private forest owners
2023
Tiebel, Malin | Plieninger, Tobias Prof. Dr. | Plieninger, Tobias Prof. Dr. | Mann, Carsten Prof. Dr.
The dissertation was embedded in the KLEIBER project (Small private forests: conservation through resource use, grants 22001218 and 22023218) by the German Federal Ministry of Food and Agriculture (BMEL) through the Agency of Renewable Resources (FNR) and according to a decision of the German Parliament.
Показать больше [+] Меньше [-]Der Klimawandel und verschiedene gesellschaftliche Anforderungen, die von Ressourcennutzung über Erholung bis hin zum Erhalt der biologischen Vielfalt reichen, beeinflussen unsere Wälder und haben eine intensive Debatte über die künftige Waldbewirtschaftung ausgelöst. Eine wichtige Gruppe, die es dabei zu berücksichtigen gilt, sind die Besitzenden von Kleinprivatwald. Ihnen gehört nicht nur ein erheblicher Anteil des Waldes, sondern auf ihren Flächen befinden sich auch naturschutzfachlich wertvolle Strukturen, sodass hier ein großes Potenzial für die Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen besteht. Allerdings nennen Privatwaldbesitzende oft kleine und fragmentierte Waldflächen ihr Eigen, sie beschäftigen sich im Alltag nicht primär mit ihrem Wald, sind soziodemographischen Veränderungen unterworfen und haben vielfältige Ziele und Perspektiven. Daher steht die Forstpolitik vor der Herausforderung, die privaten Waldbesitzenden und ihre Hintergründe, Bedürfnisse und Forderungen angemessen zu berücksichtigen. Dies war in der Vergangenheit nicht immer erfolgreich und hat zu Konflikten geführt, zum Beispiel bei der Gestaltung und Umsetzung der Naturschutzpolitik. Vor diesem Hintergrund ist es entscheidend, die Ziele, Aktivitäten und Perspektiven von Kleinprivatwaldbesitzenden zu verstehen. Auf diese Weise kann eine Forstpolitik gestaltet werden, die es ermöglicht, gesellschaftliche Anforderungen in eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu integrieren. Diese Dissertation gibt einerseits einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zu Kleinprivatwaldbesitzenden in Europa und Nordamerika. Darüber hinaus liefere ich detaillierte Erkenntnisse über private Waldbesitzende in unserem Untersuchungsgebiet, dem Niedersächsischen Bergland. Eine Literaturanalyse als erster Teil der vorliegenden Dissertation konnte vergleichbare historische Entwicklungen der Wälder im öffentlichen und privaten Besitz in Europa und Nordamerika nachweisen. Auf beiden Kontinenten sind kleine Privatwälder durch eine Vielzahl von Bewirtschaftungsansätzen und Lebensräumen der Kulturlandschaft charakterisiert. Da sich Wälder häufig in Landschaften mit gemischten Besitzverhältnissen befinden, ist eine besitzgrenzüberschreitende Bewirtschaftungsplanung von entscheidender Bedeutung. Sie sollte darauf abzielen, systematisch jede Besitzform zu berücksichtigen, ohne die Bewirtschaftung zu homogenisieren und dabei den Erhalt der biologischen Vielfalt und die sozial-ökologischen Bedingungen integrieren. Eine zweite Literaturstudie zeigte, dass die derzeitige Forschung zu Naturschutzperspektiven im europäischen Privatwald vor allem auf Nord- und Westeuropa sowie quantitative Methoden ausgerichtet ist und dass sich nur wenige Untersuchungen auf Waldbesitzende mit kleinen Flächen (< 20 ha) konzentrieren. Die Parameter weibliches Geschlecht, hohes Bildungsniveau, formalisierte Waldbewirtschaftung, aktiver Bezug zum Wald und ökologische Werte des Waldbestands standen in einem Zusammenhang mit positiven Naturschutzperspektiven. Die Studie fasste die Empfehlungen der analysierten Artikel zusammen. Um Naturschutz im Kleinprivatwald zu stärken, sollten die politischen Instrumente stärker an die privaten Waldbesitzenden angepasst und relevante Informationen besser aufbereitet und verbreitet werden. Außerdem muss die Beziehung zwischen den verschiedenen Akteursgruppen verbessert werden. Die Analyse einer quantitativen Umfrage im niedersächsischen Bergland konzentrierte sich zunächst auf Natura 2000 als größtes Netz von Schutzgebieten weltweit und verglich Waldbesitzende, die Flächen in solchen Gebieten haben mit solchen, bei denen das nicht der Fall ist. Die Befragten bewerteten insgesamt die regulierenden und kulturellen Ökosystemleistungen als wichtiger im Vergleich mit den versorgenden. Besitzende, deren Bestände als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen sind, stuften die Versorgungsleistungen und die Gewinnmaximierung als wichtiger ein. Die einzige Naturschutzmaßnahme, die in Natura-2000-Beständen häufiger umgesetzt wurde, war der Erhalt von Habitatbäumen. Verschiedene waldbauliche Maßnahmen wie Durchforstung und Anpflanzung eingeführter Arten wurden ebenfalls öfter durchgeführt. Die Einstellungen hinsichtlich Naturschutzes waren negativer. Diese Ergebnisse deuten auf eine geringe Wirksamkeit und Akzeptanz bei der Umsetzung des Natura-2000-Netzwerks hin. Eine stärkere Anpassung an private Kleinwaldbesitzende durch Partizipation oder die Einführung von attraktiven Anreizsystemen ist erforderlich. In einer zweiten Analyse der Befragungsdaten unterschied ich drei Waldbesitzgruppen basierend auf ihren Aktivitäten. Alle Gruppen erachteten den Erhalt der biologischen Vielfalt als wichtig. Die auf Mehrfachnutzung ausgerichteten Waldbesitzenden waren am aktivsten, auch in Bezug auf Naturschutzmaßnahmen, während sich die naturschutzorientierten Befragten hauptsächlich auf passive Maßnahmen konzentrierten (z.B. den Erhalt von Totholz). Konventionelle Waldbesitzende engagierten sich nur in geringem Maße für Naturschutzmaßnahmen. Trotz der Unterschiede zeigte die Analyse dieser Typologie universelle Ansätze zur Förderung von Naturschutzmaßnahmen auf, wie z. B. Beratung vor Ort, Informationen über gesetzliche Regelungen und finanzielle Anreize. Ausgehend von den Charakteristika eines Systems, Parameter, Feedback, Gestaltung und Intention, leitete ich Hebelpunkte für einen transformativen Wandel hin zu einer integrativen, naturschutzorientierten Waldbewirtschaftung ab. Vielversprechende Wege sind die Veränderung des Diskurses, die Anpassung von Maßnahmen an lokale Bedingungen, die Steigerung des Verständnisses, des Wissens und des Interesses ebenso wie die Berücksichtigung der Heterogenität der privaten Waldbesitzenden, ihres Wunsches nach Autonomie und Kontrolle und der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Zusammenfassend habe ich festgestellt, dass privater Waldbesitz in ein komplexes Umfeld aus sozioökonomischen, institutionellen, natürlichen und historischen Bedingungen eingebettet ist. Privatwälder erbringen eine Vielzahl von Ökosystemleistungen, die sich positiv auf das Wohlergehen der gesamten Gesellschaft auswirken. Obwohl die Kleinprivatwaldbesitzenden eine heterogene Gruppe mit unterschiedlichen Zielen, Bewirtschaftungsweisen und Perspektiven bilden, bieten ihre Bestände sowie ihre Perspektiven im Allgemeinen ein hohes Potenzial für eine integrative, naturschutzorientierte Waldbewirtschaftung. In der Vergangenheit ist es der Politik jedoch nicht immer gelungen, die Bedürfnisse und Ansprüche der Kleinwaldbesitzenden zu berücksichtigen. Ein transformativer Wandel des derzeitigen politischen Ansatzes, der relevante Sektoren, Institutionen und Akteursgruppen miteinbezieht und die zugrundeliegenden Paradigmen und Werte des derzeitigen Systems verändert, hat großes Potenzial. Naturschutz ist in den flächenmäßig sehr bedeutenden Privatwäldern nur dann erfolgreich, wenn er die lokalen Landbesitzenden und Entscheidungsträger:innen mitberücksichtigt.
Показать больше [+] Меньше [-]Climate change and diverse societal demands ranging from resource use and recreation to biodiversity conservation are influencing forests today and have sparked an intensive debate about future forest management. One important group to consider are small-scale private forest owners. They not only own a substantial share of the total forested area but also contain a high potential for the implementation of nature conservation as important forest structures are found on their land. However, private forest owners often possess small and fragmented forest areas. They are not primarily concerned with their forest in their daily lives, subject to socio-demographic changes, and have heterogenous objectives and perspectives. Thus, forest policy faces challenges in appropriately addressing private forest owners and considering their backgrounds, needs, and demands. This has led to conflicts, such as in the design and implementation of nature conservation policy. Against this background, it is important to understand the objectives, activities, and perspectives of small-scale private forest owners to successfully design a forest policy approach aiming to integrate societal demands in sustainable forest management. In this thesis, I provide an overview of the current state of research regarding small-scale private forest owners in Europe and North America. Further, I offer detailed insights into the background of private forest owners in the study area, the Lower Saxon Hills. The first part of this dissertation, a literature review, revealed similar historical developments of public and private forests in Europe and North America. Across both continents, small-scale private forests were related to a variety of management approaches and habitats connected to cultural landscapes. As forests are often located in a mixed-ownership landscape, cross-boundary management is important. It needs to systematically consider each ownership type without homogenizing the management as well as to integrate biodiversity conservation and social-ecological conditions. A second literature review found that current scientific literature on the conservation perspectives of European small-scale private forest owners is biased towards studies in north and western Europe and the use of quantitative methods, with little research concentrated on small-scale forest owners (< 20 ha). The parameters female gender, high levels of education, formalized forest management, active relation to the forest, and ecological values of the property were positively related to conservation perspectives. This study synthesized the given recommendations. To improve conservation in small-scale private forests, policy instruments need to be better adapted to private owners, while relevant information must be better designed and distributed. Further, the interaction between different stakeholders needs to be improved. An analysis of a quantitative survey, conducted in the Lower Saxon Hills, focused on the Natura 2000 scheme as the largest network of conservation areas worldwide and differentiated between owners with and without forest stands in Natura 2000 areas. In general, survey respondents valued regulating and cultural ecosystem services higher than provisioning ones. Owners with stands designated as Natura 2000 area rated provisioning services and profit maximization as more important. Looking at conservation activities, only the protection of habitat trees was performed more often by this group. Certain silvicultural measures such as thinning and planting introduced species were more frequently taken. Further, attitudes towards nature conservation were more negative. These results indicate a low effectiveness and acceptance regarding the implementation of the Natura 2000 system. A stronger adaptation of Natura 2000 towards small-scale private forest owners via participatory approaches or attractive incentive schemes is needed. In a second analysis of the survey data, I differentiated three forest owner groups based on their activities. All groups perceived biodiversity conservation as important. Multiple-use-oriented owners were most active, also in terms of conservation measures, while conservation-oriented owners mainly focused on passive measures (such as the protection of dead wood). Conventional owners showed only little engagement with conservation-related activities. Despite these differences, the analysis of the typology revealed universal factors promoting conservation activities. These included for example on-site consultation, information about legal regulations, and financial incentives. Focusing on the four system characteristics parameters, feedback, design, and intent, I deducted leverage points of transformative change towards integrative, conservation-oriented forest management. Promising pathways are changing the discourse, adapting measures to the local context, increasing awareness, knowledge, and interest as well as accounting for the heterogeneity of private forest owners, for their desire for autonomy and control, and for uncertainty related to climate change. To summarize, I found that private forest ownership is embedded in a complex environment shaped by socio-economic, institutional, natural, and historic conditions. Private forests provide a large variety of ecosystem services that positively affect the well-being of the wider society. While small-scale private forest owners form a heterogeneous group with various objectives, management approaches, and perspectives, their stands as well as their perspectives generally offer high potential for integrative conservation-oriented forest management. However, in the past, forest policy was not always successful in addressing the needs and demands of small-scale forest owners. A transformative change of the current political approach, including changes to relevant sectors, institutions, and stakeholders as well as to the underlying paradigms and values of the current system, has high potential. With regard to the large share of private forest owners, nature conservation is only successful if it considers local landowners and decision-makers.
Показать больше [+] Меньше [-]2024-01-18
Показать больше [+] Меньше [-]Библиографическая информация
Эту запись предоставил Georg-August-Universität Göttingen